1. Juli 2024

Slam Alphas Startplatz zum Slam24 in Bielefeld

suse

Hallohallo ihr Alphas & Interessierte!

Wir dürfen als Verein eine*n Poet*in zu den deutschsprachigen Meister*innenschaften im Poetry Slam 2024 entsenden! Das ist sehr cool und bedeutet aber leider, dass wir uns für eine*n entscheiden müssen. Und obwohl wir als Vorstand viel in der Szene unterwegs sind, kennen wir dennoch nicht alle nicen FLINTA* Poet*innen. Da kommst du ins Spiel! Denn du kannst dich und/oder eine andere Person vorschlagen.
In diesem Post findest du alle Informationen zum Vergabeverfahren und das Vorschlagsformular. 🙂

Allgemeines

Wir haben es uns nicht leicht gemacht, uns ein Verfahren auszudenken. Ganz viel Dank an TINte, deren Verfahren zur Startplatzvergabe uns einen sehr guten Startpunkt gegeben hat.
Wir vergeben den Platz über ein Losverfahren. Das Losverfahren berücksichtigt spezifische Marginalisierungsdimensionen im Zusammenhang mit unserem Vereinszweck, die Poet*innen den Zugang zur Slam Szene erschweren. Nach der Vorschlagsphase wird die*r Starter*in ausgelost. Dabei könnt ihr über Instalive oder Zoom zuschauen, wenn ihr wollt.

Voraussetzungen

Es dürfen alle Personen vorschlagen. Du musst kein Mitglied der Slam Alphas sein. Du musst auch keine FLINTA* Person sein. Wenn du eine andere Person vorschlagen willst, halte bitte mit der Person Rücksprache, die du vorschlagen willst! Öfter vorgeschlagen zu werden, beeinflusst nicht wie oft ein Name im Lostopf landet.

Eine vorgeschlagene Person muss fünf Kriterien erfüllen:

Die Person …
… ist eine FLINTA* Person,
… ist aktiv im Ü20 Bereich der Slam Szene
(mehr als 8 Auftritte in den letzten 12 Monaten),
… ist kein Vorstandsmitglied der Slam Alphas,
… vertritt die Werte & Ziele der Slam Alphas &
… hat noch keinen Startplatz für den SLAM24.

Zeitplan & Vorschlagsformular

Ab jetzt und bis zum 26.07.2024 kannst du nach Herzenslust (im Rahmen der Voraussetzungen) Leute vorschlagen, in dem du das ausgefüllte Vorschlagsformular an info@slamalphas.org schickst.
Bis zur Auslosung am 01.08.2024 bereiten wir den Lostopf vor und losen um 19 Uhr unsere*n Starter*in aus.

Dir ist direkt ein*e Poet*in eingefallen? Oder mehrere? Juhu!
>>> Hier kannst du das Vorschlagsformular herunterladen. <<<

Hintergründe & Weitere Informationen

Wie funktioniert die Vergabe?
Im Grunde wird aus den vorgeschlagenen Personen gelost. Der Name jeder vorgeschlagenen Person ist mindestens einmal im Lostopf. Namen von Personen, die spezifischen Dimensionen mehrfachmarginalisiert werden, werden öfter in den Lostopf geworfen.
Der Name einer Person kann bis zu sechs mal im Lostopf landen, falls mehrere Dimensionen auf sie zutreffen. Deshalb fragen wir diese Dimensionen auf dem Vorschlagsbogen ab. Wir speichern diese Informationen natürlich nicht, abseits der Auslosungsvorbereitung. Die Auslosung findet digital am 01.08.2024 statt und kann via Zoom oder Instagram-Livestream (@slamalphas) beobachtet werden. Wir losen zusätzlich zur*m Nominee eine Shortlist mit fünf weiteren Personen. Sollte die*r Nominee einen anderen Startplatz erhalten, zurücktreten oder sich disqualifizieren, werden Personen von dieser Shortlist nachgerückt.
Es macht keinen Unterschied, ob sich eine Person selbst vorschlägt oder vorgeschlagen wird. Wenn eine Person mehrfach vorgeschlagen wird, ist sie dennoch nur einmal registriert.

Ausschluss
Erhält die*r Nominee einen anderen Startplatz für den SLAM24 tritt die Person vom Alphas Startplatz zurück. Sollte sich die*r Nominee zwischen Nominierung und SLAM24 entgegen der Slam Alphas Werte und Ziele verhalten oder es wird sichtbar gemacht, dass die Person in ihrem Vorschlag getäuscht hat oder über die Person getäuscht wurde, wird die*r Nominee durch eine Person von der Shortlist ersetzt.

Marginalisierungsdimensionen
Zu Allererst: was heißt das?! Marginalisierung bedeutet, dass eine Person gesellschaftlich und/oder strukturell diskriminiert/ benachteiligt wird. Diese Benachteiligungen können unter anderem dazu führen, dass Personen erschwerten oder gar keinen Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe haben. Uns ist es wichtig, dass Personen, die ohnehin erschwerte Zugänge haben, zumindest in der Slam Szene einen besseren Zugang erhalten. Wir finden ihre Perspektiven wichtig. Eine Dimension ist bereits Kern unserer Vereinspraxis: die Marginalisierung aufgrund des Geschlechts. In patriarchalen Strukturen werden FLINTA* Personen auf unterschiedliche Weise benachteiligt. Auch innerhalb des Begriffs FLINTA* gibt es bereits verschiedene Machtgefälle. Beispielsweise sind trans* Frauen wahrscheinlicher armutsgefährdet und gewaltbetroffen als cis Frauen.

Geschlecht ist aber nicht die einzige Dimension, die in der Slam Szene wirkt. Zudem können sich Dimensionen miteinander verschränken. Dafür steht der Begriff der Intersektionalität. Dieser Begriff wurde ursprünglich geprägt um zu verdeutlichen, dass Schwarze Frauen untrennbar auf Grund von Rassismus UND Sexismus diskriminiert werden.
Das Konzept der Intersektionalität lässt sich aber auf weitere Dimensionen anwenden. Beispielsweise erleben fast alle Frauen im Laufe ihres Lebens sexualisierte Gewalt, bei behinderten Frauen ist das aber noch wahrscheinlicher. Wir haben vor diesem Hintergrund für die Startplatzvergabe vier weitere Dimensionen explizit benannt, die in besonderem Maße den Zugang zur Slam Szene strukturell erschweren können: Rassismus, Behindertenfeindlichkeit, Klassismus, Care-Gap und/oder Trans- und/oder Interfeindlichkeit.

Rassismus ist Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Haare, ihres Namens, ihrer Sprache oder (mutmaßlichen) religiösen Zugehörigkeit.

Behindertenfeindlichkeit wird auch manchmal Ableismus genannt und ist Diskriminierung von Menschen mit Behinderung(en) und/oder chronischen Erkrankungen.

Klassismus ist Diskriminierung von Menschen aus der Armuts- und/oder Arbeiter*innenklasse.

Care-Gap ist keine typische Dimension im Vergleich mit den anderen vier. Mit Care-Gap ist gemeint, dass eine Person, die zum Beispiel Angehörige pflegt oder Kinder betreut und dafür nicht bezahlt wird, weniger Chancen auf Teilhabe hat. Care-Gaps entstehen häufig aufgrund anderer Marginalisierungsdimensionen. So leisten FLINTA* Personen statistisch gesehen fast 50% mehr unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit. Sind es FLINTA* Personen of Color steigt dieser Prozentsatz stark an. Wir finden es aber wichtig, Personen, die privat pflegen und sorgen als benachteiligte Gruppe, besonders unter FLINTA* Personen wahrzunehmen.

Trans- und/oder Interfeindlichkeit ist die Diskriminierung von trans* und/oder inter* Personen. Zwar richtet sich unser Startsplatz spezifisch an FLINTA* Personen, dennoch ist es uns wichtig, deutlich zu machen, dass verschiedene trans* und/oder inter* Personen wahrscheinlicher Diskriminierung ausgesetzt sind als cis endo Frauen (endo ist das Gegenteil von inter*).

Nice to know!
Die nominierte Person bekommt eine Person aus dem Slam Alphas Vorstand als „Slammaster*in“ zur Seite gestellt. Wir übernehmen die Fahrt- und Übernachtungskosten unserer*s Nominees und es gibt eine kleine Versorgungspauschale für vor Ort oben drauf. Leider werden wir unserer*m Nominee keine Gage o.ä. zahlen können.

Datenschutz
Sobald ein*e Nominee ausgelost ist, löschen wir die vorschlagsbezogenen Daten aller vorschlagenden und vorgeschlagenen Personen, die nicht nominiert werden. Die Daten unserer*s Nominees speichern wir zur Koordination und löschen sie nach dem SLAM24.

Zur Transparenz
Wir haben es uns nicht leicht gemacht, uns dieses Verfahren auszudenken. Nochmal ganz viel Dank an TINte, deren Verfahren zur Startplatzvergabe uns einen sehr guten Startpunkt gegeben hat.

Ein Losverfahren strukturell sensibel zu gestalten ist nicht einfach und Losen an sich kann auch anders ausgehen, als gewünscht. Wir hoffen, dass wir mit dieser Mischform für dieses Jahr einen möglichst guten Weg gefunden haben, verschiedene Personen und deren (mangelnde) Zugänge mitzudenken.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass Vorstandsmitglieder der Slam Alphas keinen Anspruch auf den Startplatz haben. Wir sind innerhalb der Szene relativ gut vernetzt und haben mindestens damit eine Machtposition inne, die uns privilegiert. Ebenso war es uns wichtig, nicht nur an unserer Expertise und unserer Kenntnis von Poet*innen festzumachen, wer für die Alphas beim SLAM24 startet. Es steht allen Vorstandsmitgliedern der Alphas offen, Personen vorzuschlagen. Diese werden aber mit dem gleichen Vorschlagsformular und nach den gleichen Parametern Teil des Lostopfs.

Wir haben uns zusätzlich dazu entschieden, dass die Person, die für die Alphas startet kein Mitglied sein muss. Wir freuen uns natürlich, wenn die Person Mitglied ist oder wird. Doch intersektional feministisch Perspektiven sichtbar zu machen, sollte nicht daran gebunden sein, ob eine Person einem Verein beigetreten ist. Das wird sich für das ein oder andere Mitglied voraussichtlich herausfordernd oder ungerecht anfühlen. Wenn du dazu oder zum Vorschlagsverfahren insgesamt Gesprächsbedarf hast, melde dich gerne bei uns. 🙂